London Open: Endstation im Hauptbewerb – 1/3 Niederlage gegen Kemp

Nach überstandender Qualifikation war im Hauptbewerb in der ersten Runde gegen den Topgesetzten Engländer Jonathan Kemp (WRL 29) bei den London Open Endstation. Mit dem Ergebnis von 1/3 (5/11, 11/5, 4/11, 8/11) kann ich dennoch etwas zufrieden sein.

Für die große Überraschung reichte es leider nicht, dennoch konnte ich Kempy sehr fordern und kam zumindest zu einem Satzgewinn. Damit schied ich als einziger Qualifikant in der ersten Runde aus, alle anderen Qualifikanten konnten in die zweite Runde aufsteigen und ihre Lose ausnützen.

Ich wusste was auf mich zukommen würde, der talentierte Engländer ist bekannt dafür, dass er nicht lange herumspielt sondern enorm viel attackiert und das mit einem äußerst gutem Händchen und Ziel.

Trotzdem war es nicht sehr leicht in die Partie zu kommen. Ich hatte kaum einen Rhythmus und dadurch war auch meine Qualität zu Beginn nicht sehr gut. Dadurch hatte mein Gegner natürlich noch mehr Spielraum und konnte von der Mitte aus das Spiel dominieren. Ab der Mitte des Satzes konnte ich längere Rallies aufbauen und kam so besser ins Spiel und punktete auch passabel. Mit 5/11 ging der Satz trotzdem an den Engländer.

Im zweiten Satz war ich von Beginn an besser eingestellt, es war ein total entgegengesetzter Spielverlauf sogar. Da meine Qualität besser war konnte Kempy nicht mehr aus so guten Positionen wie zuvor angreifen. Dadurch machte er einerseits mehr Eigenfheler, andererseits spielte ich wirklich saubere und überlegte Bälle und verwertete meine Chancen eiskalt. Dabei zeigte auch ich teilweise, dass ich mich mit meinen Shots nicht verstecken musste.
Beim Stand von 3/3 zog ich dadurch auf 10/3 davon und gewann den Satz mit 11/5.

Ich hatte ein sehr positives Gefühl, da ich in diesem Durchgang auch meinen Gegner zum laufen brachte und ich den Anschein hatte, dass er nicht unbedingt der Flinkeste auf den Beinen war. Umso ärgerlicher daher, dass ich den dritten Satz so verpatzte. Ich machte noch den ersten Punkt, ehe Kempy auf 10/1 davonmarschierte, u.a. aufgrund krasser Eigenfehler von mir und einem sehr unsauberen Spiel. Dazu kam, dass ich etwas ungeduldig wurde und zu viel ausprobierte anstatt noch etwas abwartender zu agieren.
Am Ende des Satzes konnte ich noch etwas Ergebniskosmetik erreichen, aber vor allem auch, mich mit den letzten Ballwechseln zumindest noch etwas besser auf den nächsten Satz einzustimmen.
Der Satzverlust war also nicht mehr zu verhindern und mit 4/11 ging dieser Satz verloren.

Im vierten Durchgang hatte ich wieder einen konzentrierteren Start und das wirkte sich auch sofort positiv auf meine Leistung aus. Ich konnte sogar mit 5/3 in Führung gehen und nun spürte ich wieder, dass mehr in dieser Partie drinnen war. Ich konnte den Ball besser im Spiel halten, ohne in eine schlechte Position zu gelangen. Ich wechselte das Tempo erfolgreich und damit konnte ich zumindest den Rhythmus meines Gegners etwas stören. Natürlich wollte es mir mein Gegner nicht so einfach hergeben und zeigte warum er die Nummer 29 der Welt ist. Immer wieder überaschte er mich mit seinen Schlägen und seinem trickreichen Spiel, doch auch ich wollte natürlich so viel Gegenwehr zeigen wie möglich. Bis zum 7/7 konnte ich den Satz offen halten, ehe Kempy auf 7/10 davonzog. Einen Matchball konnte ich noch abwehren, doch mehr war leider nicht mehr möglich und auch dieser Satz ging mit 8/11 an den Engländer

Nach 40 Minuten lautete das Ergebnis 5/11, 11/5, 4/11, 8/11.

Ich bin nicht unzufrieden mit meiner Leistung, dennoch denke ich wäre teilweise mehr drinnen gewesen. Vor allem im ersten und dritten Satz, welche ich zu leichtfertig hergab. Andererseits war es enorm schwer mich darauf einzustellen was da auch mich traf. ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Mal anders in die Partie gehen würde. Doch dafür war es eine sehr gute Erfahrung gegen so einen Spielertyp und weltklasse Spieler anzutreten. Zumindest von den Zusehern bekam ich ein positives Feedback und insgesamt kann ich mich über den Turnierverlauf auch nicht beklagen.

Zwar bringen mir die 25 Punkte keine Erhöhung meines Punkteschnitt in der Weltrangliste, der eine oder andere Platz weiter vorne könnte im Dezember Ranking dennoch möglich sein.

Alle weiteren Ergebnisse gibt es noch auf der Squashsite zu finden.

Meine nächste Station sind nun die World Championships in Doha am 6.Dezember und ich denke mit meinen Leistungen geht es zumindest in die richtige Richtung für das wichtigste Turnier des Jahres!

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