KL: knapper Sieg gegen Reiko Peter in erster Runde

Nach einem 0/2 Satzrückstand feierte ich noch einen 3/2 Sieg in der ersten Runde bei den Royal Lake Open gegen den Schweizer Reiko Peter (WRL 121). Damit nützte ich die Chance und zog bei diesem Challanger 15 Turnier ins Viertelfinale ein wo ich nun auf den Malayen Mohd Nafiizwan Adnan (WRL 33) treffe, welcher auf Nummer zwei gesetzt ist.

Nach dem ich ursprünglich auf Ivan Yuen (MAS, WRL 67) in der ersten Runde traf, war ich mit der neuen Auslosung gegen Reiko Peter auf jeden Fall glücklicher, auch wenn ich wusste, dass dies eine äußerst knappe Angelegenheit und bestimmt nicht einfach werden wird.

Schon im Juni dieses Jahres traf ich bei einem Turnier in der Schweiz auf Reiko. Auch damals drehte ich die Partie nach einem 0/2 Satzrückstand noch zu meinen Gunsten um.

Doch diesmal waren die Bedingungen ganz anders. Die Courts hier sind extrem heiß, über 30 Grad Celsius, keine Klimaanlage. Der Ball springt dementsprechend enorm und es ist schwierig ein sauberes Spiel aufzubauen. Man muss sein Spiel also den Gegebenheiten sehr anpassen und körperlich stark sein und die Intensität richtig dosieren.

Dies gelang mir eigentlich in jedem Satz sehr gut, im ersten Satz lag ich gleich mit 6/2 in Führung, ich verteilte die Bälle richtig, spielte eine sehr gute Qualität und führte meine Schläge sehr überlegt aus. Auch körperlich war ich spritzig und fühlte mich fit. Doch dann wurde es auch mir zu heiß anscheinend, denn ich begann mein Spiel total zu ändern. Ich spielte eine sehr schlechte Qualität und konnte den großgewachsenen Schweizer nicht mehr passieren, welche mich durch seine Volleys viel bewegte. Dazu kam, dass ich den Court immer mehr öffnete und durch meine Ungeduld viele Fehler machte.
Dadurch verlor ich den Satz noch mit 9/11, was mich sehr ärgerte, da ich eigentlich am richtigen Weg war, doch meinen Gegner sehr einfach den Satz übergab.

Ich ging im zweiten Satz wieder voll konzentriert an den Start. Es gelang mir wieder nahtlos an mein eigentliches Spiel zurückzufinden. Wieder war ich der Spieler mit der größeren Kontrolle und der besseren Qualität. Diesmal lag ich mit 6/1 vorne. Ich war erneut am besten Weg den Satz sicher klar zu machen. Doch wieder ließ meine Konzentration und Gegenwehr enorm nach. Ich fühlte mich auch körperlich plötzlich nicht mehr so im Stande dagegenzuhalten und mein Spiel aufrecht zu erhalten. Ziemlich erniedrigend machte ich im Verlaufe dieses Satzes nurmehr einen Punkt ehe ich den Satz wieder verlor, diesmal mit 7/11.

Nun stand ich mit dem Rücken zur Wand, körperlich sehr müde und um ehrlich zu sein, wusste ich nicht wie ich dieses Spiel jetzt noch gewinnen kann. Zudem machte mein Gegner eigentlich nicht den Eindruck von der Hitze besonders beeindruckt zu sein. Ganz im Gegenteil, ab der zweiten Satzhälfte zog er jedesmal nochmal das Tempo an und begann mich mit seinen Volleys und seinem Angriffsspiel sehr unter Druck zu setzen.

Ich versuchte nun im dritten Satz mein Spiel irgendwie zu ändern, denn so richtig effektiv war es doch nicht, ansonsten wäre ich nicht so platt und läge mit 2/0 in Führung anstatt im Rückstand.
Ausgerechnet in diesem Satz erwischte ich zum ersten Mal auch noch den schlechteren Start und lag 0/3 hinten. Spätestens ab dann schaffte ich es aber das Momentum wieder an meine Seite zu wenden. Ich änderte den Spielrhythmus komplett, nützte jede Chance um den Ball in die vorderen Ecken zu bringen, stets gerade jedoch um die große Spannweite von Reiko zu vermeiden.

Plötzlich musste mein Gegner wesentlich schwerer arbeiten, anstatt hauptsächlich die beiden hinteren Ecken abzudecken, musste er nun viel mehr die intensiven Bewegungen nach vorne machen, was ihm sichtlich weh tat. Mein gerades Spiel nach vorne war ohnehin so sauber, dass Reiko des öfteren Probleme hatte den Ball von der Seitenwand zu bekommen und ich so zu vielen Punkten kam.
Es ging bis zum 8/8 Punkt für Punkt hin und her. Schließlich gelang es mir mich entscheidend zum 10/8 abzusetzen und verwertete auch den ersten Satzball zum 11/8.

Nun war ich wieder zurück im Spiel. Es gab mir auch körperlich einen Schub, da ich viel weniger laufen musste als in den Sätzen zuvor, denn es war nun Reiko, der immer mehr Arbeit leisten musste.

Ich wollte dieses Spiel nun durchziehen, denn es war deutlich das effektivere und effizientere Spiel. Der vierte Satz war dann schon eine kleine Vorentscheidung, der Schweizer konnte meine Angriffe immer weniger abdecken und plagte sich immer mehr sich nach vorne zu bewegen. Dadurch ich immer weniger laufen musste wurde ich schon fast wieder schneller und setzte ihn damit noch mehr unter Druck, wohl auch mental, weil ich fast alle seine Bälle erwischte.
Der vierte Satz ging deutlich mit 11/4 an mich.

Nun musste ich im fünften Satz von Beginn an alles klar machen und meinem Gegner nicht die geringste Chance lassen zurück ins Spiel zu kommen. Und genau das schaffte ich. Ich hielt den Druck aufrecht, störte seine Bewegung immer wieder mit meinen Stops und konterte alle seine Gegenangriffe. Ich raste zu einer 5/0 Führung, welche ich nicht mehr aus der Hand gab. Sehr sicher machte ich den Sack zu und gewann diesen entscheidenden Durchgang mit11/5.

Das Gesamtergebnis lautete also 9/11, 7/11, 11/8, 11/4, 11/5 nach 63 Minuten.

Ich bin sehr glücklich diese Chance genützt zu haben, denn es waren sehr, sehr wichtige Punkte für mich und ein sehr wichtiges Erfolgserlebnis. Ich musste leider sehr viel in diesen Sieg investieren doch nun ist die Erleichterung sehr groß und kann sehr locker in die nächste Runde gehen. Es war außerdem eine tolle Leistung von mir mein Spiel während des Verlaufs so zu ändern, dass ich das Match noch so drehen konnte, noch dazu in einem körpelichen Zustand welcher nicht sehr vielversprechend war. Doch auch Dank einiger positiven Worten meines Partners Ong Beng Hee schaffte ich dies!

Im Viertelfinale treffe ich auf den Malayen Mohd Nafiizwan Adnan, die Nummer zwei des Turniers und Nummer 33 der Welt. Unsere letzte Begegnung liegt etwa zwei Jahre zurück als ich mit 1/3 verlor.

Wie gesagt kann ich nun völlig ohne Druck in die Partie gehen und möchte meine beste Leistung abrufen. Ich bin auf jeden Fall in der Lage den Lokalmatador mit dem richtigen Spiel zu gefährden. Ich muss allerdings sehr achtsam agieren und und nicht zu leichtfertig Punkte verlieren, allerdings weiterhin mit den richtigen Angriffen den Rhythmus des Gegners zu brechen.

Das Spiel findet um 19 Uhr Ortszeit (13 Uhr in Östererich) am Centercourt statt.

Alle weiteren Ergebnisse gibt es noch auf der Squashsite zu finden.

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