DPD Open in Amsterdam: knappe 1/3 Niederlage gegen George Parker

Leider reichte eine sehr gute Leistung heute nicht um in die zweite Qualirunde bei den mit 25.000 USD dotierten DPD Open in Amsterdam einzuziehen. Mit 1/3 musste ich mich dem favorisierten Engländer George Parker (WRL 94) geschlagen geben.

Ich fühlte mich sehr gut, körperlich und mental war ich bestens vorbereitet. Vom ersten Schlag an war ich enorm fokussiert und setzte meine Taktik perfekt um. Ich konnte durch eine sehr gute Qualität und überlegten Bällen den so spielstarken Engländer davon abhalten seine gefährlichen Shots zu spielen.

Ich zog mein Spiel sogar so gut durch, dass ich mir sehr verdient eine 9/5 Führung erspielte. Dann schaltete mein Gegner einen Gang hoch, zog das Tempo an und spielte wesentlich aggressiver. Ich war leider mental darauf zu wenig vorbereitet und leistete zu wenig Widerstand. Fast wie überrumpelt kam er zu leicht zu seine Punkte und zog mit 10/9 an mir vorbei.

Doch ich behielt meine Nerven und im richtigen Moment noch fand ich zu jenem Spiel zurück, dass mich zuvor auf der Siegerstrasse hielt. Ich glich auf 10/10 aus und im Tiebreak entwickelte sich ein wahrer Krimi. Punkt für Punkt und Satzball für Satzball ging es hin und her. Leider konnte ich keinen meiner etwa zwei Satzbälle verwerten und musste den Satz leider noch mit 15/17 abgeben.

Einerseits bitter, da ich die Führung knapp vor Satzende hergab, allerdings ein super Start, denn es gab schon Spiele in denen ich die ersten Sätze verschlief und dann erst zu spät auf Touren kam.

Doch der zweite Satz verlief nicht nach meinen Wünschen. Ich musste im ersten Satz körperlich viel leisten, doch es war eher meine Konzentration, die meine Qualität negativ beeinflusste. Zu kurz, zu ungenau, immer ein gefundenes Fressen für den großen Engländer, der bei diesen Gelegenheiten stets eiskalt zu machte und zeigte, was für ein Potential er hat.

Ich konnte gar nicht an meine vorige Leistung anknüpfen und verlor diesen Durchgang mit 3/11.

So leicht wollte ich mich nicht geschlagen geben und ich warf noch einmal allen rein was ich in mir hatte. Doch speziell taktisch und mental musste ich wieder in die Spur finden um eine Chance zu haben. Nur mit den richtigen Schlägen mit der nötigen Qualität war Parker zu knacken.

Ich schaffte es tatsächlich dies wieder umzusetzen und zeigte eine starke Leistung. Das Publikum honorierte das und unterstützte mich. Ich konnte meinen Gegner spielerisch so sehr ärgern, dass er seinen Unmut immer öfter lautstark zeigte. Das trieb mich noch mehr an und diesmal lernte ich sehr schnell aus dem ersten Satz. Denn eine erneute Führung, diesmal 8/5, gab ich nicht mehr aus der Hand und verkürzte mit 11/7 den Satzstand.

Irrsinnig beflügelt und motiviert von meiner Leistung und dem Lohn war ich auch im vierten Satz voll da und zeigte, dass das noch ein langer und schwerer Weg für meinen Gegner wird. Natürlich spürte ich die körperliche Belastung, aber auch der Engländer zeigte seine Schwächen und ich wusste, dass selbst wenn ich mehr Laufarbeit erbringen muss, ich dennoch fitter bin.

Dieser Durchgang verlief sehr ausgeglichen. Allerdings war der Knackpunkt, als ich von 3/3 in 4/7 Rückstand geriet. Doch auch dann konzentrierte ich mich auf meine Qualität und Schlagauswahl und kämpfte mich bis auf 8/9 heran. In dieser Phase kam mir alles sehr leicht von der Hand, jeder Schlag war gefühlt der richtige und saß perfekt.

Ganz reichte es leider trotzdem nicht und der Satz ging dennoch mit 8/11 an meinen Gegner.

Nach 53 Minuten tollem Kampf und starker Leistung lautete das Ergebnis 15/17, 3/11, 11/8, 8/11.

Ich bin absolut zufrieden mit dem Spiel. Abgesehen von dem zweiten Satz und eventuell im ersten Satz als ich in Führung lag, kann ich mir nichts vorwerfen. Ein fünfter Satz wäre sehr interessant gewesen natürlich, die Chancen waren da und körperlich begann ich mich abzusetzen. Es war ein hartes aber faires Spiel auf hohem Niveau. Auch wenn es nicht zu meinen Gunsten ausging, habe ich so viel Erkenntnis und Erfahrung wieder mitgenommen.

Viele aus dem Publikum lobten meine Leistung und waren von meinem Spiel begeistert, was mich natürlich auch sehr motiviert und mir verdeutlicht wie zufrieden ich sein kann und was ich geleistet habe.

Es war mein drittes Spiel in Folge in vier Tagen gegen einen höher klassierten Spieler, allerdings stets in meiner Reichweite. Ich habe speziell für mich persönlich bewiesen, dass ich näher dran bin als ich es mir zuvor dachte, ich aber sicherlich mehr von genau solchen hochklassigen Gegner und Turniere brauche um dies mehr zu verinnerlichen.

Ich muss also eine Balance finden, zwischen kleinen und großen Turnieren, was geographisch, finanziell und organisatorisch leider nicht immer möglich ist. Sollte sich aber wieder so eine Chance ermöglichen bei so einem großen Turnier zu starten, werde ich sie wieder nutzen und mich nach oben orientieren.

Ich habe mich gut verkauft, mein Bestes gegeben und das waren meine wichtigsten Ziele. Damit trete ich zufrieden die Heimreise an, auch wenn das Highlight ausblieb.

Am Samstag und Sonntag wartet der nächste Einsatz beim Salzburg Open Elite Turnier und damit die Pflicht auf mich. Auf die notwendigen Spitzenspiele kann ich wahrscheinlich das Wochenende darauf in der deutschen Bundesliga zählen.

Alle weiteren Infos zu den DPD Open gibt es auf der offiziellen Turnierseite, der Squashsite und der PSA Worldtour Homepage zu finden.

 

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