NSA Open: Aus im Halbfinale gegen Tom Ford

Genau wie letztes Jahr musste ich mich auch etwas überaschend dem jungen Engländer Tom Ford hier in Südafrika beugen. Diesmal mit 1/3 im Halbfinale bei den Northern Squash Association Open in Pretoria.

Dabei begann alles sehr gut für mich. Ich war sehr konzentriert und druckvoll zu Beginn, spielte sehr genau und überlegt. Zwar gab ich eine 5/1 Führung sehr leicht wieder aus der Hand, zog aber bei 5/5 wieder davon und sicherte mir den ersten Satz 11/6.

Es war ein sehr starker Satz von mir, doch ich wusste, dass die Gegenwehr von Tom Ford größer wird und er sich bestimmt besser an mein Spiel anpassen wird und sein Spiel etwas ändern wird. Das war ab dem zweiten Satz auch genau der Fall. Der Engländer nahm das Tempo sehr heraus, spielte sehr geradlinig und geduldig und wartet gerade zu auf eine Chance zum Kontern. Ich konnte genau beobachten was nun geschah, umso ärgerlich war es, dass ich ihm genau so in die Karten spielte. Immer wieder spielte ich als Erster nach vor und versuchte irgendetwas zu ‚machen‘. Ich öffnete den Court jedes mal viel zu früh, zeigte taktisch einfach keine Disziplin.

Das Momentum drehte sich nun zu Gunsten meines Gegners, welcher sein Spiel genauso fortsetzte und ich keine besondere Reife zeigte um taktisch und spielerisch besser dagegenzuhalten. Ich verlor die nächsten beiden Sätze jeweils mit 5/11.

Nach sehr wertvollem Ratschlag des ehemaligen südafrikanischen weltklasse Spielers Mike Tootil, welcher interessanterweise vor 20 Jahren für den SC80 Salzburg in der österreichischen Bundesliga mit Fabian Stenzel gemeinsam spielte, schaffte ich diese Anweisungen im vierten Satz umsetzen. Ich spielte nun wesentlich gerader, war sehr gewillt geduldig zu bleiben und wenn ich nach vor angriff, dies sehr simpel tat. Sehr bald wurde ich dafür belohnt und nach einem harten Ballwechsel zog ich auf 6/2 davon. Tom wirkte sehr müde und rannte teilweise nicht mehr zu den Bällen. Und genau dann fing ich wieder an meinen Plan zu verwerfen. Zu gierig war ich nach schnellen und einfachen Punkten. Das Ergebnis waren sehr schlechte und ungenaue Bälle nach vor und Eigenfehler. Tom witterte seine Chance und konnte sich durch diese leichten Geschenke wieder erholen und sich zurückkämpfen.

Ich konnte nicht mehr zu meinem Spiel zurückfinden und musste auch diesen Satz noch aus der Hand geben.

Sehr enttäuschend verlor ich so nach 50 Minuten mit 11/6, 5/11, 5/11, 7/11.

Im Endeffekt muss ich sagen einfach nicht gut genug gewesen zu sein. Mein Gegner war heute besser, was aber enttäuschend war, war, dass ich nicht mein Spiel zeigte, weder spielerisch, noch taktisch und läuferisch. Es gab viele Parallelen zum letzten Jahr, als ich als Favorit galt, aber mein Können an diesem Tag nicht zeigte oder zeigen konnte.

Es zog sich dieses Turnier für mich schon von Beginn an so durch, dass ich stets sehr nervös war, nicht nur während den Spielen sondern auch die ganze Tage vor meinen jeweiligen Spielen. Ich war nie wirklich locker und frei und genauso zurückhaltend spielte ich. Ich traute mir kaum etwas zu, und spielte jeden Schlag mit angezogener Handbremse. Mein schnelles und sauberes Angriffsspiel, welches in letzter Zeit immer mehr zu meiner Stärke wurde, konnte ich dadurch einfach nicht ausspielen. Anders gesagt war ich wie eine Fußballmannschaft welche ohne Stürmer spielte.

Natürlich sollten dies keine Ausreden sein, denn alles was zählt ist was man am Platz zeigt, und dies war diesesmal einfach nicht gut genug. Für den Moment ist dies zwar enttäuschend, was mich aber nicht weniger motiviert für das nächste Turnier in Johannesburg ab Montag wieder in alter Stärke zurückzukommen. Immerhin habe ich einiges an Verbesserungspotential erkannt und bin schwerstens motiviert zurückzuschlagen, diesmal ohne Handbremse…

Alle weiteren Ergebnisse und Infos gibt es hier zu finden.

Wie gesagt geht es am Montag 60 Kilometer südlich in Johannesburg mit den Assore Central Gauteng Open weiter. Auch bei diesem Challenger 5 Turnier bin ich Topgesetzt und ziele zumindest ein Finale an! In der ersten Runde treffe ich auf den Pakistani Haseeb Gul (WRL 207), welchen ich aus diversen Trainingseinheiten bereits kenne und kein Hindernis für mich werden sollte. Doch ich nehme kein Spiel auf die leichte Schulter und werde mich von der besten Seite präsentieren.

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