Halbfinale bei den Kent Open knapp verpasst!

Hauchdünn verabsäumte ich es, einen meiner größten Siege im Viertelfinale bei den Kent Open gegen die aktuelle Nummer 49 der Welt Todd Harrity, zu erzielen. Mit 2/3 musste ich mich dem als Nummer zwei gesetzten US-Amerikaner geschlagen geben.

Ich ging sehr fokussiert in das Spiel und konnte das Geschehen sehr offen halten, sogar eine 6/4 Führung im ersten Satz erspielen. Ich konnte die Qualität nicht ganz aufrecht halten und Todd konnte den Satz noch zu seinen Gunsten umdrehen.

Im zweiten Durchgang spielte ich diesmal konstant weiter und hielt die Qualität bis zum Ende hoch. Ich erspielte mir mehr Möglichkeiten in denen ich meinen Gegner unter Druck setzte und glich auf 1/1 Satzstand aus.

Den dritten Satz verhaute ich komplett. Ich wollte immer nur die schnellen und einfachen Punkte machen, was auf diesem Niveau völlig naiv ist. Mit 2/11 ging der Satz total in die Hose.

Doch wie schon so oft schaffte ich es mich im nächsten Satz wieder voll zu fokussieren und wie ausgewechselt zu meinem Spiel zurückzufinden. Ich zeigte wieder mehr Gegenwehr und es entwickelten sich viele hart umkämpfte Ballwechsel. Ich konnte mir einen entscheidenden Punkt Vorsprung erspielen, den ich bis zum Schluss hielt. Allerdings vergab ich beim Stand von 10/8 zwei Satzbälle, setzte mich im Tiebreak schlussendlich aber noch mit 12/10 durch und erzwang damit einen Entscheidungssatz!

Diesen begann ich phänomenal, ich war plötzlich in einem absoluten Flow-Zustand. Total entspannt und mit der richtigen Spannung passte jede Entscheidung die ich traf und verwertete jede Möglichkeit absolut trocken. Die Folge war eine 6/0 und 8/4 Führung! Doch so unglaublich es klingt, es reichte dennoch nicht! Schon beim ersten Punktverlust bei 6/1 riss bei mir der Faden und diese Selbstverständlichkeit, was absolut bizarr ist. Der Amerikaner zeigte mehr Widerstand und ich konnte dem mental nicht mithalten irgendwie. Ich verabsäumte es mich der wieder steigenden Intensität anzupassen und mit ebenfalls mehr Gegenwehr entgegenzuwirken. Zu naiv war meine Einstellung, dass ich das Spiel so durchziehen konnte. Mit jedem Punktverlust stieg meine Anspannung und Verzweiflung – so traurig es klingt – und versuchte alles mit noch mehr Zwang. Ich gab das Momentum so leichtfertig aus der Hand wie es einem Profi nicht passieren sollte. Die nächsten sieben Punkte gingen an meinen Gegner und damit auch das Match. Auch diese Situation und dieses Verhalten habe ich leider schon viel zu oft an mir erlebt. Damit habe ich mich leider schon viel zu oft um die Früchte des Erfolges gebracht – so auch heute.

Nach 49 Minuten war der zum Greifen nahe liegende Halbfinaleinzug mit 7/11, 11/7, 2/11, 12/10, 8/11 leider geplatzt. Es wäre mein erster Zweiter bei einem 10.000 USD Turnier gewesen!

Hätte mir im Vorfeld jemand gesagt, dass ich mich erst in fünf Sätzen geschlagen gegeben müsste hätte ich das sehr positiv aufgenommen. Unter diesen Umständen ist es aber sehr schwer nicht enttäuscht zu sein.

Dennoch werde ich noch eiserner versuchen daraus meine Lehren zu ziehen und auch die positiven Tatsachen mitzunehmen. Einen Top 50 Spieler so zu fordern und an den Rand einer Niederlage zu drängen muss auch erst geschafft werden, daher war meine Leistung in Summe sehr gut.

Es tut auf jeden Fall gut mir selber wieder bewiesen zu haben was ich drauf habe und gegen weit vor mir klassierte Gegner gewinnen zu können.

Damit gehe ich um ein Spiel früher in die Sommerpause als gewünscht und werde mich danach wieder für die nächste Saison vorbereiten.

Weitere Infos zu den Kent Open gibt es auf der PSA World Tour Homepage, der Squashsite und der offiziellen Turnierseite zu finden.

Was bei mir so im Sommer los sein wird, werdet ihr hier auf meiner Homepage natürlich auch noch erfahren! Wer noch mehr über meine Aktivitäten erfahren möchte kann dies auf meiner offiziellen Facebook Fanpage (Aqeel Rehman – legit) tun und meine Seite liken. Vielleicht knacke ich die 1.000er Marke noch dieses Jahr! Einige Impressionen gibts es auch noch auf Instagram übrigens zu finden! Danke für die Unterstützung!

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